Würdigung der Traditionsmanufaktur

Verbandes Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller e.V.

Zum 100. Firmengeburtstag von Wendt & Kühn wurden sie, im Rahmen des diesjährigen Wettbewerbes „Tradition & Form“, mit einem Sonderpreis durch den Verband geehrt.

Anlässlich des 100. Firmenjubiläums von Wendt & Kühn traf der Geschäftsführer des Verbandes Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller e.V., Dieter Uhlmann, die Festellung, dass die Traditionsmanufaktur Wendt & Kühn die gesamte Branche der Erzgebirgischen Holzkunst geprägt hat wie kein zweites Unternehmen.

Ein Beleg für die Feststellung der Wichtigkeit der Manufaktur sei laut Dieter Uhlmann auch, dass sämtliche heute im Erzgebirge hergestellten Engel und Blumenkinder auf die grundlegende Idee von Firmengründerin Grete Wendt zurück gehen. „Mit ihren Figuren hat sie in den 1920er Jahren etwas Einmaliges geschaffen, das von vielen Herstellern mit eigener Handschrift und individueller Fertigung interpretiert wurde und wird. Diese Vielfalt in Körpersprache, Ausdrucksform und Farben der Figuren ist bis heute erhalten geblieben und macht einen Großteil des aktuellen Gesamtangebotes der Branche aus“, so Dieter Uhlmann.

Nicht weniger bedeutsam sei die frühe Entscheidung von Wendt & Kühn gewesen, die gefertigten Erzeugnisse auf nationalen und internationalen Messeplätzen einer breiten Öffentlichkeit zu zeigen. Das habe zur weltweiten Bekanntheit der einzigartigen Holzkunst beigetragen. „Was heute eine Selbstverständlichkeit ist, war Mitte des vergangenen Jahrhunderts durchaus ein mutiger Schritt“, schätzte der Verbandsgeschäftsführer ein.

So wie Firmengründerin Grete Wendt und ihre spätere Weggefährtin Olly Wendt einen eigenständigen künstlerischen Anspruch an jeden kunsthandwerklich gefertigten Artikel aus der familiengeführten Manufaktur formulierten, habe in zweiter Generation Hans Wendt über mehrere Jahrzehnte als herausragende Unternehmerpersönlichkeit gewirkt. „Ihm ist es zu verdanken, dass auch zu DDR-Zeiten die Ansprüche an Hochwertigkeit und Exklusivität der Erzeugnisse erhalten werden konnten. Das hatte wiederum Auswirkungen auf die gesamte Branche, für die Hans Wendt damit einen gewissen Schutzraum erwirkt hatte“, erläuterte Dieter Uhlmann. Unmittelbar nach der politischen Wende habe er als Gründungs- und Vorstandsmitglied des Verbandes Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller e.V. dafür gesorgt, eine starke Gemeinschaft der Hersteller zu schmieden.

Auch in Bezug auf die Nachwuchsgewinnung agiere Wendt & Kühn seit Jahren mit Weitsicht und übernehme Verantwortung für die Branche. „Seit 1995 ist dies der einzige Betrieb, der im Rahmen der vom Verband getragenen Verbundausbildung in Seiffen ununterbrochen Lehrlinge zum Holzspielzeugmacher ausgebildet hat. Aufgrund der geringeren Lehrlingszahlen in den letzten zehn Jahren würde es die Ausbildung in dieser Form nicht mehr geben, wenn von Wendt & Kühn nicht mindestens drei Lehrlinge pro Jahr ausgebildet worden wären bzw. werden“, bilanzierte Dieter Uhlmann.

In jüngster Zeit sind vom Grünhainichener Unternehmen erneut wichtigste Impulse – diesmal in Richtung des deutschen Fachhandels – ausgegangen. Mit der Kraft der Marke habe Wendt & Kühn, unter anderem mit der Einführung eines selektiven Vertriebssystems, neue Maßstäbe für einen qualitativ hochwertigen Verkauf der Erzeugnisse in den Fachgeschäften zwischen Nordsee und Alpen definiert. Das habe das Image deutscher Handwerkskunst aus dem Erzgebirge insgesamt gestärkt und wichtige Impulse für die gesamte Branche gesetzt, so Geschäftsführer Uhlmann.

„Der 100. Firmengeburtstag ist ein würdiger Anlass, das Gesamtschaffen des Unternehmens Wendt & Kühn mit einem Sonderpreis zu ehren, der im Rahmen des diesjährigen Wettbewerbes „Tradition & Form“ verliehen wurde und Mitte Oktober übergeben wird“, sagte Dieter Uhlmann.

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