Manufaktur des Jahres 2016

Deutsche Manufakturen e.V.

Bei der Verleihung (v.l.n.r.): Josef Beer, Betriebsleiter Glashütte Poschinger, Wigmar Bressel, Vorsitzender des Verbands Deutsche Manufakturen, Benedikt Freiherr Poschinger von Frauenau und Hartmut Gehring, stellv. Verbandsvorsitzender

Der Verband Deutsche Manufakturen e. V. hat mit einer aus neun Manufaktur-Unternehmern bestehenden Jury die Freiherr von Poschinger Glasmanufaktur e. K. aus dem bayerischen Frauenau zur „Manufaktur des Jahres“ gewählt.

Die Begründung für die Auszeichnung ist die vor 15 Jahren erfolgte Neuausrichtung des Unternehmens. Die Globalisierung fordert neue Strategien für die traditionelle Glasherstellung. Um sich in einem von Massenprodukten und Billigimporten überschwemmten Markt zu behaupten, legt das Unternehmen seinen Schwerpunkt verstärkt auf Sonder-, Spezial- und Einzelanfertigungen sowie die Umsetzung individueller Kundenwünsche – bevorzugt für Architekten, Designer, Restauratoren und den Denkmalschutz.

Der Verband hat die „Manufaktur des Jahres 2016“ gewählt.Die Freiherr von Poschinger Glasmanufaktur ist eine der ältesten sich noch in Betrieb befindlichen Glashütte Deutschlands mit einer langen Familientradition. Sortiment und Aufträge werden ausschließlich im eigenen Betrieb mit 26 Mitarbeitern gefertigt. Die Produktion – die Herstellung von Glas und Gläsern aller Art – erfolgt in Handarbeit.
Über die Jahrhunderte belieferte Poschinger Fürsten- und Königshäuser Europas und stattete Kreuzfahrt- und Luftschiffe aus. Neben der Glasherstellung stützt sich das Unternehmen auf die Land- und Forstwirtschaft. Sie spielte bereits in früheren Zeiten eine große Rolle, da der Betrieb so auch eigene Holzkohle sowie die Pottasche für die Glasschmelze herstellen konnte.

Der Betrieb war von Anfang an in seiner Einheit von Manufaktur, Land- und Forstwirtschaft als autarkes Glashüttengut angelegt – heute das letzte seiner Art. Die einzelnen Wirtschaftsbereiche werden von Betriebsleitern geführt, denen die Gesamtverwaltung unter Leitung von Benedikt Freiherr Poschinger von Frauenau vorsteht. Er führt das Unternehmen seit 2007 in 15. Generation – immer weitergegeben vom Vater an den ältesten Sohn.

Nach Überzeugung der Jury ist Poschinger ein hervorragendes Beispiel dafür, dass sich auch eine historische Manufaktur mit einem guten wirtschaftlichen Hintergrund ihr Geschäftsmodell immer wieder „neu erfindet“, um nicht zur Liebhaberei zu werden. Fotos: Deutsche Manufakturen e. V.

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