Jahreshauptversammlung in Weimar

IVSH

Die IVSH-Mitglieder trafen sich in Weimar zur Jahreshauptversammlung. Der Ort wurde vom Verband mit Bedacht gewählt, nicht nur wegen seiner Schönheit und seines kulturellen Reichtums, sondern vor allem auch als Heimat des Bauhauses und seit der Wieder

Die IVSH-Mitglieder trafen sich in Weimar zur Jahreshauptversammlung. Der Ort wurde vom Verband mit Bedacht gewählt, nicht nur wegen seiner Schönheit und seines kulturellen Reichtums, sondern vor allem auch als Heimat des Bauhauses und seit der Wiedervereinigung auch erneut der Bauhaus-Universität.

Die IVSH-Mitglieder trafen sich in Weimar zur Jahreshauptversammlung.

So stand im Mittelpunkt des öffentlichen Teils der Versammlung ein Vortrag zu dem schlichten aber eben doch gehaltvollen Thema „Gute Form“. Die Referentin, Frau Dr. habil. Rike Felka, ging in ihren Ausführungen auf Philosophie, Wesen und Bedeutung der Guten Form ein, sowohl hinsichtlich der Gestaltung guter Produkte als auch mit Blick auf die Bedeutung für den Konsumenten. Letzteres unterscheidet die „Gute Form“ des Bauhauses eindeutig von anderen Philosophien des Gestaltens. Dabei sollte offensichtlich dem Konsumenten der Kauf von qualitativ hochwertigen, der „Guten Form“ verpflichteten Standardprodukten ermöglicht werden, für die es gerade in der Nachkriegszeit einen hohen Bedarf gab. Hierdurch erlangten die so gestalteten Produkte ein geradezu demokratisches Moment, denn jedem sollte - unabhängig von seiner sozialen Herkunft - der Kauf von Produkten der „Guten Form“ ermöglicht werden.

Hierzu die Referentin Frau Dr. habil. Rike Felka: „Entgegen späterer Interpretationen war die „Gute Form“ ihren Intentionen nach nie elitär, sondern wollte durch Zusammenarbeit mit der Industrie qualitätsvolle, dauerhafte und ästhetisch gelungene Produkte für alle schaffen. Die Produkte mussten deshalb reproduzierbar und wirtschaftlich interessant sein, der Prämisse der Sparsamkeit, welche die Nachkriegszeit prägte, entgegenkommen. Das Prinzip der Reduktion, das Werkbund, Bauhaus und die „Gute Form“ gemeinsam haben, der Gedanke des Zurückgehens auf die Grundformen plus gelungener Funktion, hieß aber nicht einfach nur reduzieren, sondern reduzieren auf das Wesentliche und darüber hinaus dieses Wenige und Wesentliche optisch mit maximaler Wirksamkeit zu präsentieren. Und hier beginnt die eigentliche Schwierigkeit und Kunst des Entwerfens.“

Frau Dr. habil. Rike Felka ging im weiteren Verlauf auf die Grundformen Würfel, Kugel, Zylinder, Pyramide und Kegel ein, welche, vor allem in ihren Abwandlungen, das Grundraster jeglicher Formgebung bildeten, und zwar genaugenommen in allen Kulturräumen dieser Erde. Insbesondere solche Aussagen führten im Nachgang zu dem Referat zu einer ebenso angeregten wie auch niveauvollen Diskussion.

Im internen Teil der Versammlung konnte der Vorsitzende, Herr Oliver Berking, Robbe & Berking, Flensburg, den Mitgliedern einen gesunden Haushalt und solide Planungen für die Zukunft vorlegen und er berichtete außerdem über die umfangreiche Arbeit des Verbandes im abgelaufenen Jahr.

Der IVSH-Geschäftsführer, Jens-Heinrich Beckmann, ging in seinem anschließenden Geschäftsbericht auf die wirtschaftliche Situation der Branche ein und stellte außerdem die Arbeitsweise und die Vernetzung des IVSH auf nationaler und europäischer Ebene in den Mittelpunkt seiner Ausführungen.

Zum Rahmenprogramm des Treffens, zu dem auch zahlreiche Gäste erschienen waren, gehörten neben dem Besuch des Goethehauses und der Anna-Amalia-Bibliothek auch eine ausführliche Besichtigung der Bauhaus-Universität selber, für Freunde der Guten Form ein echter Höhepunkt. Aber auch die Geselligkeit, deren integrative Kraft nicht hoch genug eingeschätzt werden kann, kam an den Tagen in Weimar nicht zu kurz. Foto: IVSH

Zurück

Aktionen rund um die Nachricht

Drucken  Die Nachricht drucken

RSS-Feed bestellen  RSS-Fead: abonnieren
Verfolgen Sie die neuesten Artikel in Ihrem RSS-Reader oder E-Mail-Programm.