Einzelhandel im Strukturwandel

EHV Baden-Württemberg

Handelsverband Baden-Württemberg

Das erste Halbjahr 2014 konnte der Baden-Württemberger Einzelhandel mit einem kleinen Plus abschließen. Onlinehandel, wachsende Energie- und Steuerkosten sowie der Strukturwandel des Wirtschaftszweigs sind zentrale Herausforderungen für die Branche.

Der Handelsverband Baden-Württemberg hat seine Mitgliedsunternehmen aller Branchen und Betriebsgrößen zum Halbjahr befragt: 41,9 Prozent der Einzelhandelsbetriebe lagen zum 30. Juni im Umsatzplus zum Vergleichszeitraum 2013. Jeder Dritte verbuchte ein Minus, knapp 26 Prozent der Geschäfte meldeten ein Pari. Bei den Aussichten für das zweite Halbjahr äußerten sich viele Befragte vorsichtiger: Ein Drittel erwartet ein Plus, 44 Prozent hoffen auf stabile Umsätze.

Die Konsumstimmung wird vom Einzelhandel derzeit weniger positiv beurteilt als von zahlreichen Umfrage-Instituten. Jeder Vierte (28,7 Prozent) gibt ihr ein „gut bis sehr gut“, die Mehrheit (61,1 %) bezeichnet sie als „mittel“. „Trotz guter Rahmenbedingungen wie hohe Erwerbstätigkeit, steigende verfügbare Einkommen, geringe Sparquote und niedriges Zinsniveau schlägt sich dies nicht in einer spürbar gestiegenen Kauflaune nieder. Höhere Energiekosten und Investitionen in Immobilien und Reisen gehen hier offensichtlich auf Kosten von Neuanschaffungen“, sagte Horst Lenk, Präsident des Handelsverbands Baden-Württemberg, bei der Präsentation der Umfrageergebnisse.

Den derzeit tiefgreifenden Strukturwandel des Einzelhandels markiert vor allem ein Trend: Der Kunde von heute und erst recht von morgen will verschiedene Einkaufsoptionen nutzen – im Laden genauso wie online oder per Smartphone. Deshalb könne auch kein stationärer Händler diese Entwicklung ignorieren, sondern muss Möglichkeiten und Chancen abwägen und nutzen, sagte Horst Lenk am Dienstag. Die Handelswelt wird vielfältiger: Sich online informieren und dann stationär einkaufen oder online einkaufen und die Ware selbst abholen oder im Laden informieren und sich die Ware über den Webshop des Ladens bestellen: Alles muss drin sein.

„Gerade in Zeiten zunehmender Vergleichbarkeit von Produkten und ständiger Verfügbarkeit gewinnen auch klassische Vorteile des Vor-Ort-Einkaufs in neuer Erscheinung wieder an Bedeutung: Das Erleben, Fühlen, Riechen der Ware, das Wissen um die Herkunft von Produkten und eines Ansprechpartners bei Fragen. Wenn stationäre Händler dies mit neuen Möglichkeiten der „digitalen“ Kundenbeziehung verknüpfen, eröffnen sich ganz neue Zukunftsstrategien für den Einzelhandel“, so Horst Lenk. Bild: Handelsverband Baden-Württemberg

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